Die EU-Kommission prüft ein unionsweites System von Anti-Piraterie-Anordnungen. Nach diesen Plänen müssten Anbieter den Zugang zu Websites und Servern sperren, auf denen urheberrechtsverletzende Inhalte liegen. Laut dem Disruptive Competition Project (DisCo), einem Blog des Tech-Branchenverbands CCIA, könnte dieses System auch VPN-Anbieter erfassen.
DisCo argumentiert, dies würde Datenschutzwerkzeuge zu Internetwächtern machen und VPN-Anbieter dazu bringen, den Datenverkehr ihrer Nutzer zu prüfen und zu filtern. Die Pläne sind Teil des Urheberrechtspakets der Kommission, das im zweiten Quartal 2027 erwartet wird. Einen veröffentlichten Vorschlag gibt es noch nicht.
Frankreich und Spanien verpflichten VPN-Anbieter bereits, Piraterie-Seiten zu sperren. Ein Pariser Gericht hat 2025 fünf große VPNs angewiesen, mehr als 200 illegale Sport-Streaming-Seiten zu blockieren. Italien will sein Piracy-Shield-System auf VPN- und DNS-Anbieter ausweiten. Der EU-Gerichtshof hat im Juli entschieden, dass VPNs rechtmäßige technische Werkzeuge sind und Anbieter nicht haften, wenn Nutzer Geoblocking umgehen. Dieses Urteil betraf die Haftung, nicht Sperranordnungen.
Für VPN-Kunden ist offen, ob ein unionsweites Sperrsystem auf VPN-Dienste angewendet würde und was es für die Verarbeitung des Datenverkehrs bedeutet.
Quelle: TechRadar, 28. Oktober 2026 (englisch)