Das russische Digitalministerium erwägt, den gesamten ausländischen Internetverkehr über TSPU-Filtertechnik zu leiten, also die staatliche technische Anlage zur Abwehr von Bedrohungen. Darüber berichtete Forbes am 27. Oktober 2026 unter Berufung auf mehrere Quellen. Demnach soll das ausländische Datenvolumen, das jeder Nutzer verbrauchen kann, begrenzt werden.
Betroffen wären vor allem Menschen, die VPN-Dienste nutzen, um Sperren zu umgehen. Diese Dienste sitzen in der Regel im Ausland. Sobald sich ein Nutzer verbindet, gilt sein gesamter Datenverkehr als ausländisch, auch der Verkehr zu russischen Websites. Wie hoch das Limit sein soll, ist noch nicht bekannt. Das Ministerium hat außerdem nicht gesagt, wie es ausländischen Verkehr erkennen will, was als ausländische Domain gilt oder was passiert, wenn das Kontingent aufgebraucht ist.
Das Ministerium erklärte, alle Vorschläge würden geprüft, es sei aber verfrüht zu sagen, welche in die endgültigen Änderungen aufgenommen werden und in welcher Form. Die Vorschläge dürften Teil eines Gesetzes zur Neuordnung der Telekommunikationsbranche werden.
Das geht über einen früheren Plan aus dem Frühjahr hinaus. Damals wollte das Ministerium, dass Netzbetreiber für ausländischen Datenverkehr im Mobilfunk Geld verlangen, sobald mehr als 15 GB im Monat anfallen. Der neue Vorschlag würde auch Heimanschlüsse erfassen, und das Ministerium würde die Begrenzung selbst über TSPU-Technik umsetzen statt über die Betreiber.
Quellen: Meduza-Erklärstück, 29. Oktober 2026. Der ursprüngliche Bericht stammt von Forbes Russia, 27. Oktober 2026.